01.08.2018, abgelegt unter Urban

von Martin

Licht aus!

Künstliche Beleuchtung konkurriert mit dem Mond und verwirrt nachtaktive Insekten.

Die Hälfte der Insekten ist nachtaktiv und wird durch künstliches Licht in der Nacht geblendet – oder in die Irre geführt: Sie richten sich nämlich am Mond aus, und der ändert seine Position am Himmel eigentlich nicht so schnell.

„Wenn der Mond immer links steht, dann fliege ich geradeaus.“

Eigentlich logisch, oder? Wenn das Insekt sich aber vertut und stattdessen eine Lampe fixiert, dann bedeutet das: immer im Kreis. Bis zur Erschöpfung. Es sei denn, vorher kommt eine Spinne oder Fledermaus am Buffett vorbei …

Insekten fliegen um eine Lampe
Die Lichtfalle – entweder die Insekten umkreisen das Licht bis zum Tod durch Erschöpfung, oder sie werden zur leichten Beute von findigen Spinnen und Fledermäusen

Besser: warmes Licht

Dabei kann ganz leicht Abhilfe geschaffen werden, denn die stärkste Reaktion ruft kurzwelliges Licht im blauen und im UV-Bereich hervor. Wärmeres Licht mit mehr gelb- und rot-Anteilen lenkt weniger ab.

Besser noch: LED-Lampen, die grundsätzlich kein UV-Licht abstrahlen. So locken Deckenleuchten, Stehlampen, Schreibtischlampen, Deko-Leuchten, Gartenbeleuchtung, Garagenlicht, Weg- und Fassadenleuchten nicht nur weniger Insekten an, sondern rechnen sich auch: LED-Lampen verbrauchen deutlich weniger Strom. Eine klassische 60-Watt-Glühbirne hat eine Leuchtkraft von etwa 600 Lumen. Eine LED-Lampe, die 600 Lumen erzeugt, verbraucht dagegen nur 8 Watt.

Am besten: gar kein Licht

In der Nähe von wichtigen Lebensräumen wie zum Beispiel Hecken sollte die Beleuchtung grundsätzlich reduziert werden. Damit können Insekten unbeirrt ihren allnächtlichen Tätigkeiten wie Nahrungssuche und Fortpflanzung nachgehen.

Kellerasseln wieseln davon, wenn das Licht angeht, Motten fliegen aufs Licht zu: Wenn Helligkeitsunterschiede die Bewegungsrichtung von Lebewesen beeinflussen, dann nennt man das Phototaxis.


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